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Geschichte, Religion und Kultur? Langweilig!

So mag vielleicht eine häufig vorzufindende Meinung lauten - aber nicht so für die Gruppe von Frauen der KFD Nordwalde, die sich Anfang Juli in das idyllische Mittelrhein-Tal nach Rhöndorf aufmachten.

Zunächst gab es eine Besichtigung des privaten Wohnhauses Konrad Adenauers in dem er von 1937 bis zu seinem Tod 1967 mit seiner Familie lebte, nachdem er von den Nationalsozialisten 1933 aus seinem Amt als Kölner Oberbürgermeister vertrieben worden war. Die sehr informative Führung durch den 5000 m² großen Garten und das Erdgeschoss des insgesamt 500 m² großen Wohnhauses gewährte Einblicke sowohl in das persönliche Umfeld sowie auch in sein offizielles Leben als späterer erster Bundeskanzler der jungen Bundesrepublik Deutschland, wurden doch Erinnerungen und Geschenke diverser politischer Zeitgenossen und Weggefährten, allen voran Präsident Charles de Gaulles und Kaiser Hirohito, vorgestellt.
Die wunderschöne Sicht auf das Rheintal, den Drachenfels sowie die von Adenauer täglich zurückgelegten vielen Stufen im Hanggrundstück, seine originale Bocciabahn und die gesamte Anlage des Rosengartens beeindruckte alle Teilnehmerinnen.


Anschließend ging es nur 15 km weiter zur Klosterruine Heisterbach bei Oberdollendorf. Gegründet im Mittelalter als Zisterzienser-Abtei bestand sie bis zur napoleonischen Säkularisation 1803. Sie wurde leider 1809 zum Abbruch freigegeben und es überlebte nur ein immer noch beeindruckender Rest der Apsis.
1820 erwarb der Graf von Lippe-Biesterfeld das Gelände und ließ das gesamter Areal innerhalb der Klostermauern zu einem englischen Park umgestalten. Dieser Park wurde dann zu einem beliebten Motiv der Rheinromantik. 1919 ging der Gesamtkomplex durch Verkauf an den Orden der Cellitinnen und es zog wieder klösterliches Leben in die alten Mauern ein. Heute befindet sich ein Altenheim und eine Stiftung zur Pflege und Erforschung dieses Kulturerbes auf dem Gelände.
Nach einer Mittagspause in der Klosterstube Heisterbach besichtigten die Frauen gestärkt das Gelände und erfreuten sich an idyllischen Park und der immer noch imposanten Ruine des alten Zisterzienserklosters.


Fazit des Tages war einhellig „Kultur und Geschichte kann sehr lebendig sein“.

Adenauer Haus | Foto: Sylvia Schlepphorst
Klosterruine Heisterbach | Foto: Sylvia Schlepphorst

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